Informationen zur Papageienhaltung

Jeder Papagei hat seine eigene Persönlichkeit, teilweise durch Veranlagung oder auch durch die Erlebnisse in seinem vorherigen Leben. Oftmals werden die Vögel den Erwartungen der Besitzer nicht gerecht – Papageien sollen möglichst zahm und pflegeleicht sein, sprechen können, möglichst nichts zerstören, leise sein, immer gute Laune haben, keinen Dreck machen, einen selbst lieben und alle anderen Menschen auch – möglichst auch noch den Hund und die Katze -, mit zum Spaziergang kommen, ohne wegzufliegen.

Solche Papageien gibt es nicht. Als Halter sollte man bereit sein, sich auf die Papageien einzustellen und deren Bedürfnisse größtenteils zu erfüllen. Eine perfekte Haltung gibt es in Gefangenschaft nicht, ganz gleich wie wir uns anstrengen.

Es gibt nichts Schöneres anzusehen als ein glückliches Vogelpaar, was sich gefunden hat. Daher unterstütze ich keine Einzelhaltung. Außer in Ausnahmefällen werden die Veterinärämter auch keine Einzelhaltung erlauben und im schlimmsten Fall werden die einzeln gehaltenen Papageien beschlagnahmt. Kein Mensch als Partner kann die Bedürfnisse eines Vogels erfüllen.

Wir sind den Vögeln – die ursprünglich frei in der Natur leben und die wir nun in einem Käfig eingesperrt als Haustiere halten – ein möglichst tiergerechtes Leben schuldig. Dazu müssen wir Ihnen ermöglichen sich wie Vögel verhalten zu dürfen – und die Erwartungen an immer liebe, sprechende Schmusevögel gegebenenfalls zurückstecken. Auch nicht zahme, nicht sprechende, kranke, alte oder gerupfte Papageien sind liebenswerte Geschöpfe!

Papageien sind sind eine Herausforderung an ihre Besitzer.

Papageien sind hochintelligent und schnell entwickeln sich unliebsame Eigenschaften wie Schreien, Aggressionen, Rupfen etc., die man oftmals nur schwer wieder abstellen kann.

Bei den kleinsten Anzeichen sollte man sich schon Gedanken machen warum der Papagei so etwas macht und versuchen, dem Entgegen zu wirken. Je länger man wartet, um so schwerer wird es die Eigenschaften wieder abzustellen und die Vögel können zu echten Problemfällen werden. Beratung und Informationsaustausch mit anderen Papageienhaltern sowie ein Besuch bei einem vogelkundigen Tierarzt helfen oft schon!

  • Haltung in zu kleinen Käfigen oder falschem Standort bei Lärm, Unruhe, fehlendem Licht
  • Angst
  • falschem Partner oder fehlendem Vogelpartner – ein Mensch ersetzt niemals einen Vogelpartner!
  • Alleinsein
  • Eifersucht
  • Unterforderung, Langeweile, Depression
  • Krankheiten oder Schmerzen

Dies sind nur einige Beispiele dafür weswegen sich Vögel unwohl fühlen können.

Es ist sehr wichtig, sich VOR Anschaffung von Papageien ausgiebig über deren Bedürfnisse und Eigenarten zu informieren, damit solche Probleme nicht entstehen und die neuen Familienmitglieder nach kurzer Zeit wieder abgegeben werden müssen.

 

Papageien haben Spass daran alles zu beknabbern, hier einige Beispiele:

Da ich nicht aufgepasst habe, liegt also die Schuld nicht beim Papagei, sondern bei mir

Man sollte dies als Papageienhalter mit Humor nehmen

Was ist zu tun wenn mein Papagei beisst:

Versuchen Sie ruhig zu bleiben. Schreien belohnt den Papagei für das negative Verhalten, da er eine lustige Reaktion von Ihnen bekommt.

Setzen Sie den Vogel in den Käfig zurück und entspannen Sie sich nach dem Schreck. Er soll nicht belohnt werden, indem er der Mittelpunkt des Geschehens ist nachdem er aggressiv zu anderen war.

Achten Sie auf die Körpersprache Ihres Vogels, damit er nicht beissen muss um seinen Standpunkt zu zeigen. Wenn Ihr Vogel sich vor Ihrer Hand wegduckt oder sich weglehnt während Sie versuchen ihn zu streicheln ist das ein Zeichen, dass er nicht gestreichelt werden möchte. Dies zeigt er vielleicht nur wenige Millisekunden, Sie müssen lernen ihn genau zu beobachten und zu lesen.

Überlegen Sie wie die Situation war, als er gebissen hat. War es vielleicht schon Schlafenszeit als Sie ihn gestört haben? Haben Sie Kleidung getragen, die Ihr Vogel gruselig fand oder einen Hut oder eine Sonnenbrille? Haben Sie ihn in aller Eile in die Voliere zurück gebracht während Sie schon in Gedanken auf dem Weg zur Arbeit waren? Gab es Sachen/Personen/Geräusche im Hintergrund, die das Beissen möglicherweise verursacht haben?

Sprechen Sie mit einem befreundeten Vogelbesitzer darüber. Manchmal erhält man so eine andere Perspektive zu dem Geschehen, was helfen könnte das Beissen beim nächsten Mal zu vermeiden.

Selbstverständlich muss der Vogel weiterhin Freiflug erhalten, auch wenn er gebissen hat. Dies ist kein Grund, den Vogel dauerhaft im Käfig eingesperrt zu lassen oder ihn abzugeben! Sollten Sie trotz aller Bemühungen Probleme haben, holen Sie sich professionelle Hilfe. Man kann im Internet mehr Informationen über das Thema finden oder es gibt auch speziell ausgebildete Berater, die den Besitzern durch Telefonate oder bei einem Ortstermin helfen können.

Niemals:

Den Vogel schlagen oder verletzen! Das kann den Vogel noch aggressiver machen, der Vogel wird sie zukünftig als Feind sehen und das Vertrauen ist verloren.

Lachen, wenn der Papagei beisst. Das kann der Papagei als Belohnung sehen und amüsant finden.

Einen Biss riskieren. Wenn Ihr Vogel sich territorial in/an seiner Voliere verhält, greifen Sie nicht in die Voliere, wenn nicht unbedingt nötig. Zum Saubermachen oder Füttern müßte er seine Voliere verlassen und abgelenkt werden.

Den Vogel holen wenn Sie in Eile sind oder Stress haben. Vögel können den Stresspegel der Menschen aufgreifen und defensiv reagieren.

Hegen Sie keinen Groll gegen Ihren Vogel. Wahrscheinlich hat Ihr Vogel gebissen weil Sie nicht erkannt haben, dass er ängstlich war, er keine Interaktion wollte oder Sie seine von ihm gewünschte Distanz nicht eigehalten haben.

Ihr seht uns also im Tierladen oder online. Oder dein Freund hat einen Vogel. Und wir sehen echt süß aus. Es ist wahr. Wir sind fantastisch. Aber bevor ihr anfangt, unseren Kauf zu planen, müsst ihr ein paar Dinge über Papageien wissen. Das Grundlegende ist, dass wir keine wirklich Haustiere sind – wir sind wilde Tiere.

Die andere große Sache ist, dass zum größten Teil jeder Vogel, den man im Laden kauft, tatsächlich ein Papagei ist, und die meisten dieser Regeln gelten (ja, Nymphensittiche und auch Wellensittiche sind Papageien bzw Kakadus).

Hier das Wichtigste, was Ihr wissen müßt:

  • Ein paar von uns reden nicht. Tut mir leid.
  • Wir werden auf eure Böden kacken. Wir werden auf deine Kleidung kacken. Manchmal essen wir zuerst deine Klamotten und dann kacken wir drauf. Wir sind nicht wirklich daran interessiert, wie Hunde rauszugehen (wir fliegen dann nämlich weg!), und Katzenklos sind für echte Haustiere wie Katzen.

  • Was dir gehört, gehört uns. Was uns gehört, gehört uns. Wir zerstören eure Sachen allein aus dem Grund, dass es für uns etwas zu tun gibt. Wir sind super intelligent und brauchen VIEL Beschäftigung, hatten wir euch das schon gesagt? Uns wurde gesagt, dass das total süß ist, wenn es etwas ist, das einem egal ist. Anscheinend weniger amüsant, wenn es deine Sozialversicherungskarte ist? Was auch immer; es ist uns egal.

  • Wir sind keine Dekoration (ich weiß…seltsam, weil wir wunderschön sind, oder?). Aber wir sind so schlau wie dein Kleinkind, haben eigene Interessen und einige von uns werden dich überleben. Und im Gegensatz zu diesem Kleinkind werden wir aus dem schrecklich anstengenden Alter nie herauswachsen. Niemals.

  • Wir wollen eigentlich keinen Cracker. Wir wollen Bio-Pellets und Bio-Gemüse, Obst und gesundes Getreide und hoffen, dass du ein dickes Bankkonto hast. Du wirst es brauchen.

  •  6 Uhr. Die meisten von uns haben kein Problem damit, sich (wortwörtlich) ins Ohr zu schreien. Schreien = Stimmen so laut wie eine Rettungswagensirene. Das liegt daran, dass wir wilde Tiere sind, die es gewohnt sind, meilenweit mit unseren Kumpels im Wald zu kommunizieren. Wenn du keine lauten Geräusche magst, werden wir wahrscheinlich nicht miteinander auskommen.

  • Es ist wirklich einfach, uns zu töten. Wir wissen, dass das makaber klingt, aber hey, wir wollen leben, also beachtet bitte folgendes: Wir lieben zerstören und menschliche Häuser wurden für Menschen konzipiert, nicht für Papageien. Schmeißt eure Lufterfrischer, Duftkerzen, Teflonpfannen weg. Sperrt eure Hunde und Katzen weg. Schaltet eure Deckenventilatoren aus; lasst alle Fenster und Türen geschlossen. Und seid auf heftige Rechnungen beim Vogelarzt gefasst, wenn ein Arzt überhaupt noch helfen kann, bevor ihr uns tot auf der Unterseite des Käfigs findet. Wir verbergen unsere Symptome bis zum Ende und dann ist es zu spät.

  • 8 Uhr. Wir werden dich total beißen. Schlimm. Sogar im Gesicht. Nicht alle von uns, aber viele von uns. Normalerweise ist es nicht persönlich; es ist nur manchmal unsere einzige Möglichkeit, Euch zu sagen, dass uns etwas nicht gefällt, das mit uns passiert. Erinnerst du dich? Wildes Tier.

  • Wir wollen genauso wenig in einem Käfig leben wie ihr. Wenn du zur Arbeit gehst, werden wir wahrscheinlich die meiste Zeit des Tages in unserem Käfig sein. Selbst mit Spielzeug wird das deprimierend sein und einige von uns so traumatisieren, dass wir uns schlecht benehmen oder krank werden. Da einige von uns bis zu 60 Jahre leben, sind das sechs Jahrzehnte unglückliche Vögel. Kannst Du damit leben ?????

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