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Eier legen

Soll ich meinen Vogel brüten lassen oder die Eier wegnehmen?

Vorab: Nachzuchten sollten am besten professionellen Züchtern vorbehalten sein. Man kann als Laie viel falsch machen und damit das Leben der Vogelfamilie in Gefahr bringen. Wenn Sie trotzdem Papageien-Nachzuchten haben wollen, müssen Sie dies beim Amt melden, da Papageien dem Artenschutz unterliegen!

Bedenken Sie bitte, dass die Küken mehrere Monate bei den Eltern verbleiben müssen, damit sie Sozialverhalten lernen. Bedenken Sie auch, dass Sie für die Nachzuchten verantwortungsvolle neue Besitzer suchen müssen, die die Vögel möglichst lebenslang behalten und sich der Verantwortung bewusst sind – die gibt es leider nicht wie Sand am Meer. Sie sind dafür verantwortlich, dass es den Vögeln gut geht.

Bedenken Sie auch, wie viele Abgabevögel es gibt! Braucht man wirklich noch mehr Nachzuchten oder sollte man nicht lieber den Abgabevögeln ein Zuhause geben? Die seltenen Papageien, zu denen es auch Nachzuchtprogramme in den Zoos gibt, sind natürlich ausgenommen. Bei diesen Arten werden Nachzuchten benötigt um das Überleben der Art zu sichern.

Wenn Sie sich gegen das Ausbrüten entscheiden: Das Wegnehmen von ungewollten Eiern verursacht oft eine Produktion von noch mehr Eiern – aufgrund dessen, dass der „Kalzium-Speicher“ des Vogels dann irgendwann aufgebraucht ist, wird es über kurz oder lang zu Legenot kommen und das Leben des Vogels ist in großer Gefahr.

Die Eier müssen abgekocht und wieder hingelegt bzw. gegen Gipseier getauscht werden. Dann hat der Papagei Zeit zum Brüten – nach 30-40 Tagen verlässt der Papagei von sich aus das Gelege oder man nimmt dann die Eier weg.

Einkaufen

Es gibt einige Geschäfte, die sich auf Papageienzubehör / Futter spezialisiert haben oder eine große Auswahl anbieten, auch Online.

Schauen Sie sich gerne an, was es alles für Papageien zu kaufen gibt:

Einstreu

Als Einstreu bzw. Bodenbelag eignet sich:

  • Zeitungen oder (sauberes) Papier: die sauberste Methode ohne Staub. Jeden Tag komplett wechseln bzw. Kot und Futterreste entfernen
  • Buchenholzeinstreu z. B. Chipsi: staubt etwas, Schimmelgefahr wenn das Einstreu naß wird, jeden Tag Kot und Futterreste absammeln und nasse Stellen entfernen – muss nach ein paar Wochen komplett ausgetauscht werden
  • Mais Einstreu z. B. Chipsi: siehe Buchenspäne
  • Hanfeinstreu: kein Staub, aber sehr fein, Rest siehe Buchenholzeinstreu
  • Sand: ebenfalls jeden Tag säubern und spätestens nach ein paar Wochen komplett tauschen

Einzelhaltung

Die meisten Papageien sind außerhalb der Brutzeit  Schwarmvögel und viele binden sich sogar lebenslang an einen Partner. Die große Anpassungsfähigkeit ermöglicht ihnen auch die enge Bindung zum Menschen einzugehen. Aus diesem Grund werden Papageien oftmals einzeln gehalten. Doch der Schein trügt – ein zahmer Papagei ist damit kein glückliches Haustier. Auch bei intensivster Beschäftigung kann der Halter eines einzeln gehaltenen Papageien einen Artgenossen nicht ersetzen. Es können sich Krankheiten und Verhaltensstörungen bei einzeln gehaltenen Papageien entwickeln. Einzelhaltung ist tierschutzwidrig und bis auf begründete Ausnahmen wie sehr alte, kranke oder behinderte Vögel abzulehnen.

Seit einigen Jahren achten die Veterinärämter bei Kontrollen darauf, dass Papageien paarweise gehalten werden und weisen die Besitzer einzelner Vögel an, sich einen zweiten Vogel anzuschaffen, da er sonst vom Amt eingezogen und in einer tiergerechten Unterkunft mit Möglichkeit zu einer Vergesellschaftung mit einem zweiten artgleichen Vogel untergebracht wird.

Entfliegen

Keiner wird seinen Vogel absichtlich entfliegen lassen (hoffe ich), doch leider passiert es jedes Jahr hundertfach durch Unachtsamkeit oder fehlendes Wissen des Besitzers, Missverständnisse oder falsches Einschätzen einer Situation.

Niemals: einen flugfähigen Vogel ungesichert mit nach draußen nehmen! Natürlich alle Fenster und Türen schließen, wenn die Vögel im Haus Freiflug haben!

  • Aussenvolieren sind mit Schleusen zu sichern!
  • Wenn ein Vogel trotzdem entfliegt: Ruhe bewahren und Hilfe anfordern, die die benötigten Gegenstände/den Partnervogel bringt. Den Vogel im Auge behalten!

Er ist noch zu sehen:

  • ihn nicht aus den Augen lassen, ihn rufen und locken, Leckerlis anbieten
  • Partnervogel in einem Transportkäfig bringen und ihn rufen lassen. Ist kein Partnervogel vorhanden, Tonaufnahmen aus Youtube z. B. vom Handy laut abspielen
  • wenn der entflogene Vogel nicht zahm ist: einen zweiten Fangkäfig aufstellen, der direkt neben dem Partnervogel platziert ist, ggf. auch mit Futter – der Lockvogel/das Futter muss zu sehen sein, d.h. keine Katzentransportbox, sondern eher einen Sittichkäfig mit großer Tür nehmen (kann man sich auch beim Tierheim oder bei Nachbarn ausleihen)
  • an der Tür des Fangkäfigs ein Band befestigen womit die Tür zugezogen werden kann, wenn der Vogel im Käfig ist (weil er zu dem Lockvogel oder dem Futter möchte)
  • man selbst sollte sich dann mit dem Band in der Hand einige Meter entfernen, die Situation jedoch ständig beobachten
  • wenn ein zahmer Vogel zurückkommt, kann man ihn auf die Hand nehmen und ihn sichern durch festhalten – dies kann mehrere Stunden oder auch Tage dauern!
  • wenn der Vogel nicht kommt und in einem hohen Baum sitzt, Feuerwehr rufen, damit sie mit einer Drehleiter kommen. VORSICHTIG und langsam agieren, damit der Vogel nicht aus Angst wegfliegt. Selbst mit auf die Drehleiter steigen und Vogel sichern mit einer Jacke oder ähnlichem – auch wenn er beißt, NICHT loslassen!

Er ist nicht mehr zu sehen:

  • Helfer informieren und Vogel aktiv suchen
  • er kann viele km am Tag fliegen
  • auf Facebook Bild und Ort veröffentlichen in Papageiengruppen, Anzeige in ebay-Kleinanzeigen schalten
  • Tierheime, Polizei, Zeitung, Tierärzte etc. informieren, Flyer mit Bild und Ort drucken und im Umkreis überall aufhängen (Schulen, Bushaltestellen, Supermärkte etc.)

 

Einfangvoliere mit Lockvogel und noch offener Tür        –        entflogener Vogel ist gefangen

Ernährung

Papageien benötigen neben dem Hauptfutter (ohne Erdnüsse) auch Gemüse und Obst. Wichtig ist eine abwechslungsreiche Ernährung!

Pellets/ Extrudate oder Körner

Zur Fütterung von Pellets und Extrudaten gibt es geteilte Meinungen. Es gibt viele Vor- und Nachteile. In Pellets/ Extrudaten sind alle Nährstoffe enthalten, die ein Papagei benötigt, das Futter ist gut verdaulich und dadurch, dass es unter hohen Temperaturen hergestellt wird, keim- und pilzfrei. Auf der anderen Seite ist es nicht natürlich, da industriell hergestellt und für den Vogel langweilig, da er es nicht entspelzen kann. Möglicherweise kommt es auch zu einer Magenerweiterung.  Ich mische Körnerfutter ohne Erdnüsse mit Pellets.

Frisch- und Kochfutter

Einige Tipps zu Frischfutter in den Rubriken G-Gemüse sowie O-Obst/Beeren. Avocados sind für Papageien giftig!

Alles, was gekocht gereicht wird (z. B. Kartoffeln, Nudeln, Bohnen, Reis), nicht salzen oder würzen.

Obst/Gemüse und auch gekochtes Futter muss nach 6-8 Stunden aus dem Käfig entfernt werden, da sich sonst Bakterien bilden!

In kleinen Mengen kann Quark, Hüttenkäse, Joghurt mit lebenden Kulturen, hartgekochtes Eigelb gegeben werden.

Aus der Natur

Im Frühjahr kann man auch viele frische Gräser sammeln (nicht vom Straßenrand!).

Überall zu finden ist Löwenzahn und Vogelmiere – sehr beliebt und super gesund!

Leckerli

Als Leckerli können z. B. Pinienkerne, ungesalzene Erdnüsse oder Rosinen (ungeschwefelt) in Maßen gegeben werden. Auch Bananenchips sind beliebt.

Nahrungsergänzungsmittel

Bei Körnerfütterung wird geraten, das normale Futter mit Vitaminen und weiteren Nahrungsergänzungsmitteln für Vögel anzureichern. Es ist schon öfter vorgekommen, dass sich bei einer normalen Blutuntersuchung z. B. ein Mangel an Calcium gezeigt hat, womit man gar nicht gerechnet hat. Es stehen zwar Knabbersteine oder Sepiaschalen zur Verfügung, aber wie viel der Vogel davon aufnimmt weiß man natürlich nicht. Graupapageien benötigen außerdem viel Vitamin A. Durch einen Vitaminmangel ist das Immunsystem geschwächt und der Vogel ist anfälliger für Krankheiten. Daher wird empfohlen, mehrmals die Woche das Futter anzureichern – bei einem festgestellten Mangel auch täglich. Bei Pellets-/Extrudatfütterung benötigt man keine Ergänzungsmittel.

Zu empfehlen ist z. B.

  • Korvimin (Vitamine, Aminosäuren, Mengen- und Spurenelemente, auch Calcium)
  • Prime (Vitamine und Mineralstoffe, Aminosäuren und Probiotika für die Verdauung)
  • Alamin (Aminosäuren und B-Vitamine)
  • Nekton (verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen)

Nicht alles zusammen geben, da eine Überversorgung auch schädlich ist!

Zur Stärkung des Immunsystems Immun-o-flash und Gladiator.

Niemals!

  • Alkohol, Koffein, Schokolade, Avocados, Chips etc., Erdnüsse in Schalen und alles was Zucker und Fett enthält und für Menschen gedacht ist.
  • Erdnüsse in Schale schaden den Papageien, da sie beim knacken der Schale Pilzsporen einatmen, die zur Krankheit Aspergillose führen und zum Tod des Vogels führen kann.
  • Salz ist in kleinen Mengen notwendig, aber bereits in ausreichender Menge im Futter vorhanden-  zu viel Salz wie z. B. in Chips oder dem beliebten Käse (!) verursacht schwere Organschäden an Nieren und Leber.

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Papageien freuen sich über selbst gebackene Kekse, man findet viele Rezepte dafür im Internet. Hier als Beispiel:

  • 2 Eier
  • 1/2 Becher fettarmer Naturjoghurt (0,1% Fett)
  • 1/2 Banane
  • 1/2 Karotte
  • Vollkornmehl (sodass der Teig zähflüssig wird)
  • Körner nach belieben
  • etc.

Jetzt alles gut durchrühren. Der Teig sollte nun zähflüssig sein, sodass man ihn in Pralinenförmchen füllen kann (das Rezept reicht für ca. 30 Muffins). Als Deko kann man noch ein paar Körner auf den Muffins verstreuen. Das Backblech nun ihn den vorgeheizten Backofen schieben und ca. 15-20 min. auf 150°C backen.

Evakuierung

Hoffentlich kommt man nie in die Situation, sich und seine Tiere evakuieren zu müssen – ganz unwahrscheinlich ist es aber nicht.

Zum Beispiel bei Bombenentschärfungen in Städten oder auch bei Hochwasser kann es passieren, dass man schnell sein Zuhause verlassen muss.

Bereiten Sie sich vor:

  • Transportkäfige und Futter muss ständig griffbereit sein – wenn man die Käfige erst im Keller suchen muss, kann es schon zu spät sein.

Wer im Bekannten-/Verwandtenkreis kann die Vögel/Tiere übergangsweise aufnehmen? Helfen Sie sich gegenseitig im Notfall! In Notunterkünften für Menschen ist es möglicherweise nicht erlaubt seine Tiere mitzubringen.

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Freiflug

In der Wohnungshaltung sollten die Vögel regelmäßig Freiflug und auch Sitzplätze / Kletterbäume zum Aufhalten außerhalb der Voliere bekommen.
Vögel können so einiges anknabbern, damit ist zu rechnen und kann nicht ganz unterbunden werden.

  • Tapeten
  • Gardinen
  • Möbel
  • Türen

Zu beachten sind die möglichen Gefahrenquellen:

  • Hunde oder Katzen dürfen sich nicht im gleichen Raum aufhalten
  • Gekippte oder offene Fenster
  • Freiliegende Stromkabel könnten zerbissen werden
  • Pflanzen, die giftig für Papageien sind, könnten angebissen werden.

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