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Käfig

Bei der Anschaffung eines Käfigs ist einiges zu beachten:

  • Die richtige Größe
  • Die Gitterstärke und der Gitterabstand
  • Nicht alle Gitterstäbe sollten senkrecht angeordnet sein, damit die Vögel klettern können
  • Kein ganz altes, verzinktes Modell (Vergiftungsgefahr)
  • Mitgelieferte Stangen, meist Rundhölzer, sollten gegen geeignete Stangen / Äste ausgetauscht werden
  • Kotgitter sollten am besten entfernt werden da viele Papageien gerne im Einstreu buddeln
  • Für 2 Papageien in der Größe von Amazonen und Graupapageien sollte das Mindestmaß von 2 x 1 x 2 Meter nicht unterschritten werden.
  • Gitterabstand: 25 mm, Gitterstärke: 5 mm.

Leider gibt es im Handel immer noch eine Menge Käfige, die viel zu klein sind.

Hier 2 Links zu einem Käfig, der das Mindestmaß erfüllt.

  • Der Arkansas 2 von Montana.
  • Link 1 komplett aus Edelstahl
  • Link 2 mit schwermetallfreier AVILON-Pulverbeschichtung

Wagners Papageienshop

https://www.parrotshop.de/vogel/kaefige-volieren/kaefig-aus-edelstahl/12092/edelstahlkaefig-arkansas-ii-papageienkaefig-aus-edelstahl-mit-trennwand

Dehner Onlineshop

https://www.dehner.de/produkte/montana-vogelvoliere-arkansas-ii-4315495/?categoryId=79624287&adword=google/PLA/Zoo/Vogel/Vogelkaefige_Volieren/4315495&gclid=EAIaIQobChMI2tXxlcWc8wIVweR3Ch3HewLFEAQYASABEgKXOfD_BwE

Alternativ können Sie sich bei verschiedenen Volieren-Bauern Kostenvoranschläge einholen.

In der Rubrik V finden Sie einige Volierenbauer.

Egal wie groß der Käfig oder auch die Innenvoliere ist, das Bedürfnis nach Freiflug müssen Vögel ausleben können.

Runde Käfige sind VERBOTEN und Tierquälerei! In diesem Käfig saß 40 Jahre lang ein Kakadu

daneben ein 2 Meter langer und 2 Meter hoher Edelstahlkäfig auf Rollen und daneben eine gleich große Voliere vom Volierenbauer (die Papageien haben mehrere Stunden am Tag Freiflug) 

Körpersprache

Warum macht mein Vogel das? Die Körpersprache der Papageien lesen zu können ist sehr wichtig für den Besitzer. So kann man sehen in welcher Laune sie sind, ob sich Krankheiten andeuten, ob sie Angst haben und vieles mehr. Mit der Zeit lernt ein Besitzer durch Beobachten seine Vögel kennen.

Achtung: dies sind nur Beispiele, die nicht bei jedem Vogel gelten.

Zu Beobachten sind:

  • die Stellung der Federn, der Flügel und die Körperhaltung (lang/geduckt)
  • die Augen, der Schnabel
  • die Geräusche

Bewegung oder ruhiges Sitzen / wie und wo?
Nur durch beobachten mehrerer Merkmale kann man die Situation (vielleicht) deuten.  

Vogel ist aggressiv: 

  • Pupillen verengen und Schwanz fächern
  • alle Federn aufstellen
  • Anfliegen des Halters
  • ggf. Schreien
  • im Schlimmsten Fall Beissen

Vogel hat Angst:     

  • Vogel wird dünn, alle Federn liegen an
  • flüchtet ggf. in die Ecke
  • dort wippt er mit abgestellten Flügeln hin und her oder verkriecht sich auch mit dem Kopf in der Ecke
  • im Schlimmsten Fall aus Angst Schreien oder Fauchen oder Knurren

Vogel ist aufgeregt:

  • Federn werden aufgestellt, auch Haube
  • Vogel macht sich lang und gerade
  • zittert möglicherweise
  • wenn Aufregung sich gelegt hat schüttelt er sich

Vogel balzt:           

  • Weibchen legen sich flach auf die Stange, heben den Schwanz
  • zittern mit den Flügeln und machen jammernde Geräusche   
  • Höhlen werden gesucht
  • scharrt im Einstreu
  • Männchen verhalten sich ggf. aggressiv

Vogel droht:           

  • Vogel macht sich groß, stellt Flügel ab und Haube hoch
  • hackt in der Luft, zischt
  • wippt mit ausgebreiteten Flügeln hin und her
  • hebt den Fuß gegen denjenigen
  • lautes Knacken mit dem Schnabel (komm mir nicht zu nahe) oder Schreien

Vogel will imponieren:

  • macht sich groß
  • stellt Flügel ab

Vogel spielt:           

  • hebt den Fuß
  • albert herum
  • schreit
  • scharrt auf dem Boden

Vogel ist unsicher:  

  • wenn man z. B. einen fremden Vogel direkt ansieht
  • „Übersprungshandlung“: putzt sich plötzlich hektisch
  • alle Federn aufgestellt, HabAcht-Stellung

Vogel fühlt sich wohl:

  • alle Federn sind angelegt
  • sitzt entspannt auf einem Bein
  • knuspert leise mit dem Schnabel
  • die Augen sind halb oder ganz geschlossen
  • streckt und schüttelt sich wenn Ruhephase beendet ist

Vogel hängt am Gitter mit dem Schnabel = bis sich Aufregung gelegt hat oder auch bei Krankheit (dann geschlossene Augen) Achtung!

Krankheiten

Da hier nicht alle Krankheiten beschrieben werden können, hier eine gute Übersicht : https://www.vogeltierarzt.de/index.php?id=1967

Wichtig ist: mit einem kranken Vogel IMMER einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen! Siehe auch „Tierarzt“

Krankheitsanzeichen

Papageien versuchen möglichst lange Krankheitsanzeichen zu verheimlichen, insofern muss man sie genau beobachten und wissen, wie sie sich normal – im gesunden Zustand- in unterschiedlichen Situationen verhalten. Oftmals merkt man als Halter die Veränderung zu spät oder man nimmt Krankheitsanzeichen nicht als solche wahr und eine Behandlung ist dann nicht mehr möglich. 

Bei Krankheitsanzeichen (nachfolgende Aufstellung ist nicht umfassend) muss umgehend ein vogelkundiger Tierarzt aufgesucht werden!

Der Papagei ist viel ruhiger als sonst, schläft viel mehr oder sitzt mit geschlossenen Augen und auf 2 Beinen aufgeplustert auf der Stange. Im Krankheitsfall sind insbesondere die Federn am Rücken aufgestellt, wenn der Papagei normal sitzt.

Der Papagei frisst schlecht oder einen Tag gar nichts. Der Papagei trinkt viel mehr als sonst.

Der Papagei hat halb geschlossene Augen (mandelförmig) statt der Augen ganz auf.

Kotveränderung: der normale Kot ist fest und grün-bräunlich mit weißem Anteil (Harnsäure) und Urin (durchsichtig). Wenn sich die Anteile verändern, der Kot riecht (ggf. Hefepilze?), flüssig ist (Infektion?), eine andere Farbe hat (Blut?) oder sich Körner darin befinden (Bakterien, Pilze oder Bornavirus?), ist Vorsicht geboten. Kurzfristig kann sich der Kot ändern, je nach Nahrung (z. B. viele Weintrauben gefressen oder Rote Beete) oder aufgenommener Wassermenge – man sollte den Kot auf jeden Fall weiter beobachten.

Atemprobleme: Röcheln, Niesen, Schnaufen oder Stimmverlust sind Anzeichen einer Infektion der Atemwege. Der Papagei kann nicht mehr so weit fliegen wie sonst und ist schnell außer Atem.

Kalte Füße, Zittern: Körpertemperatur ist aufgrund einer Krankheit abgesunken. Zittern kann auch durch Nerven verursacht werden, nicht nur durch Kälte. Auch Kalziummangel oder Bornavirus kann die Ursache für Zittern sein, bitte unbedingt mit dem Tierarzt abklären.

Der Papagei sucht die Nähe des Menschen mehr als sonst, wird anhänglich. Kranke Papageien suchen Hilfe und Schutz beim Menschen. Was auf den ersten Blick niedlich wirkt, kann sich als Krankheitsanzeichen herausstellen. Der Vogel muss genauer beobachtet werden.

Verletzungen: offensichtliche Wunden müssen beim Tierarzt umgehend behandelt werden. Ein verletzter Papagei schont die schmerzende Gliedmaße, er lässt z. B. seinen Flügel hängen, er humpelt oder legt sich hin. 

Einfangen für Transport zum Tierarzt: Für Vogel und Halter ist es mit weniger Stress verbunden, wenn man den Vogel schon an die Transportbox gewöhnt hat. Dies kann man versuchen, indem man ihn mit Leckerlis in die Box lockt und er die Box mit etwas Positivem verbindet. Das muss eine längere Zeit immer wieder geübt werden und die Box muss für ihn zu einem normalen „Einrichtungsgegenstand“ werden.

Einfangen von nicht zahmen Papageien: Dies geht am Besten mit einem dicken Handtuch, welches man über die Rückseite des Papageis legt, mit der einen Hand den Kopf (mit Handtuch) festhält und mit der anderen Hand den Körper. Man muss aufpassen, dass man dem Vogel dabei keine Schmerzen zufügt. Es erfordert Übung, nicht zu vorsichtig zuzugreifen, damit er sich nicht wieder befreien oder beißen kann und auch nicht zu stark zuzugreifen, damit man ihm nicht weh tut. Dies alles sollte schnell gehen, da ein Einfangen großer Stress für den Vogel und auch den Halter bedeutet.

Transportbox: Als Transportbox eignet sich eine Katzentransportbox.

Für Papageien, die die Plastik-Boxen anknabbern, sind Transportboxen aus Aluminium das Richtige. Diese kann man sich bei einem Volierenbauer anfertigen lassen.

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Lebenserwartung

Die Lebenserwartung von in Gefangenschaft gehaltenen Papageien und Sittiche:

  • Graupapagei: 30-40 Jahre
  • Amazone: 30-40 Jahre
  • Wellensittich, Kanarienvogel: 4-10 Jahre
  • Nymphensittiche: 15-25 Jahre
  • Kakadu: 40-50 Jahre
  • Edelpapagei: 30-50 Jahre
  • Fink: 4-7 Jahre
  • Halsbandsittich: 20-30 Jahre
  • Senegalpapagei (Mohrenkopf): 25-35 Jahre
  • Ara: 40-50 Jahre
  • Agaporniden (Rosenköpfchen): 10-20 Jahre

Legenot

Der Vogel kann das fertige Ei aus verschiedenen Gründen nicht aus dem Körper pressen. Die Ursache hierfür ist häufig Kalziummangel. Bei Verdacht auf Legenot muss der Vogel sofort zum Tierarzt!

Die Anzeichen sind z. B. starkes Pressen, geschwollener Bauch, Atemnot, Absetzen großer Kotmengen z.Teil mit Blut, breitbeiniges Sitzen, Erbrechen. Der Vogel ist ruhig und man sieht ihm an, dass er Schmerzen hat oder erschöpft ist vom Pressen. Der Tierarzt wird versuchen, das Ei herauszumassieren ohne dass es zerbricht – wenn das nicht funktioniert, muss das Ei heraus operiert werden.

Auch Papageien ohne Partner legen Eier.

Sollte ein Vogel sehr viele Eier legen oder mehrere Male im Jahr, besteht eine große Gefahr von Legenot, da im Körper kein Kalzium mehr vorhanden ist. Der Vogel muss aus der Brutstimmung kommen, indem er nicht mehr so nahrhaftes Futter bekommt (bei Papageien nur noch Sittichfutter ohne Sonnenblumenkerne z. B.), kein Obst und das Licht reduziert wird. Sollte er trotzdem weiterlegen, kann der vogelkundige Tierarzt einen Chip beim Vogel setzen, der die Hormone reduziert.

Licht

Bei reiner Wohnungshaltung ist die richtige Beleuchtung wichtig, selbst wenn die Voliere nah am Fenster steht.

Vögel benötigen UVA sowie UVB Licht.

Normale, im Haushalt übliche Leuchtmittel reichen in der Vogelhaltung deshalb nicht aus.

Um das Sonnenlicht nachzuempfinden ist es empfehlenswert, einen Spot sowie entsprechend der Größe der Voliere / Papageienzimmer, Röhren anzubringen. Beides mit EVG (elektronisches Vorschaltgerät).

Die Vögel dürfen damit natürlich nicht direkt in Kontakt kommen. Sie könnten die Kabel anbeißen oder sich verbrennen.

Viele Röhren oder Spots werden im Set mit Vorschaltgerät angeboten. Ein Vorschaltgerät ist notwendig, damit das Licht für die Vögel flackerfrei ist, was für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist.

Röhrenbeispiel: Arcadia T5 54 W zur Grundausleuchtung

Spotbeispiel: Bright Sun UV Bird 70 W zur Punktstrahlung

Für mehr Informationen ein Link mit nützlichen Tipps:

Bird Lamp https://www.bird-lamp.de/

N

Notfallapotheke und Ausrüstung

  • Die Telefonnummer des vogelkundigen Tierarztes und Alternative
  • Handdesinfektionsmittel – für die eigenen Hände
  • Transportkäfig – für den Tierarztbesuch
  • Krankenkäfig – wenn ein Vogel allein während der Behandlung / Genesung sitzen muss
  • Inhalationsgerät – wenn Aspergillose diagnostiziert wurde – z. B. Pariboy
  • Wärmelampe, Rotlicht oder Dunkelstrahler – Ausweichmöglichkeit geben, z. B. halben Krankenkäfig mit Handtuch abdecken, hinten offenlassen.
  • Clauden Watte – Blutstillung
  • Octenisept schmerzfrei – Wund Desinfektion
  • Bepanthensalbe – Wundheilung – nicht am Gefieder aufbringen
  • Traumeel – bei leichteren Schmerzen
  • Traubenzucker – Kreislaufstabilisierend
  • Gazetupfer, Mullpressen, Wattestäbchen – zur Reinigung von Wunden und Aufbringen von Lösungen
  • Sterile Einwegspritzen, Schere, Pinzette

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